Was bedeutet Community Supported Agriculture?


Der Bauer/die Bäuerin soll sich und seine/ihre Produkte nicht unter unfairen Bedingungen vermarkten und sich nur nebenbei um die Produktion kümmern, wie das heute in der konventionellen Landwirtschaft üblich ist. Vielmehr soll die landwirtschaftliche Tätigkeit wieder im Mittelpunkt stehen, die aktiven LandwirtInnen solidarisch von den VerbraucherInnen getragen werden und gemeinsames Lernen und Wirtschaften das Hofleben prägen.

Wie funktioniert CSA?


Eine Gruppe von KonsumentInnen übernimmt das laufende Jahresbudget eines Hofes durch Vorfinanzierung. Dafür verpflichten sich die HofbetreiberInnen, die KonsumentInnen ganzjährig oder saisonal mit qualitätsvollen Hoferzeugnissen in Form von Ernteanteilen zu versorgen. Beide Seiten bilden eine Wirtschaftsgemeinschaft, in der Ernteerfolge, aber auch Ernteausfälle gemeinsam getragen werden.

Woher kommt CSA?


Community Supported Agriculture ist in den 1960er Jahren als Antwort auf die zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft und die große Macht der Lebensmittelhandelsketten entstanden. Die Ursprünge finden sich sowohl in Japan als auch in Deutschland - mit starken Wurzeln in der Biologisch-Dynamischen Landwirtschaft (Demeter-Verband). Besonders etabliert ist die CSA-Bewegung in Japan, wo heute rund ein viertel der Bevölkerung an einer CSA-Gemeinschaft beteiligt ist. Aber auch in den USA, der Schweiz (Vertragslandwirtschaft), in Deutschland (Solidarische Landwirtschaft) und zunehmend in Frankreich (AMAP) ist ihre Bedeutung groß.

CSA in Österreich?


Hier begann die Geschichte der solidarischen Landwirtschaft 2011 mit der Gemeinsamen Landwirtschaft am Gärtnerhof Ochsenherz (GELA). Mittlerweile haben auch mehrere andere Betriebe mit CSA begonnen oder sind gerade auf dem Weg, ihren Hof solidarisch zu betreiben.

Wer wir sind


Seit dem Jahr 2002 bewirtschaften wir unseren Hof hauptsächlich mit Biologisch- Dynamischem Gemüse. Als Quereinsteiger*innen in die Landwirtschaft haben wir sehr bald erkannt, dass der Einsatz von Gift und synthetischen Düngemitteln in der Lebensmittelproduktion nichts verloren hat und uns deshalb für die ökologischste Produktionsmethode entschieden. Doch zu ökologischen Lebensmitteln gehört viel mehr als nur ein Zertifikat: es gilt eine vielfältige Fruchtfolge einzuhalten, die Transportwege zu minimieren und Nährstoffkreisläufe möglichst regional zu schließen. Im Laufe der Jahre haben wir viel Innovatives ausprobiert um eine möglichst ökologische Produktion und Verteilung unserer Lebensmittel zu gewährleisten. Die besten Methoden haben wir jeweils beibehalten und weiter verbessert. Wir betreiben nun seit einigen Jahren einen Hofladen an zwei Tagen in der Woche, verkaufen zusammen mit dem Biohof Feichtinger am Bauernmarkt in Tulln unser Gemüse und liefern mittlerweile wöchentlich cirka 500 Biokistln aus. Außerdem ziehen wir im Frühjahr Jungpflanzen für die Arche Noah heran, um sie bei der Erhaltung der Sortenvielfalt in der Landwirtschaft zu unterstützen. Im Laufe der Zeit wurde allerdings immer klarer, dass bei aller Ökologie weitgehend die Menschen auf der Strecke bleiben. Das Wesen unserer Beziehungen auch zu langjährigen und sehr lieb gewonnen Stammkund*innen beruht letztendlich auf Marktpreise, die von uns nur sehr beschränkt beeinflussbar sind. Das macht Solidarität zu großen Teilen unmöglich. Es wird einerseits vielen Menschen, die weniger Geld zur Verfügung haben der Zugang zu unseren hochqualitativen Lebensmitteln verwehrt und andererseits eine Aufrechterhaltung einer so vielfältigen Produktion wie der unseren ohne massive Selbstausbeutung verunmöglicht. Deshalb wollen wir 300 Menschen, die unser Hof versorgen kann, einladen gemeinsam mit uns solidarisch zu landwirtschaften.

Warum wir solidarisch Landwirtschaften wollen


Unser derzeitiges Vertriebssystem besteht hauptsächlich daraus, fertig gepackte „Biokistl“ an unsere Kundinnen und Kunden bis vor die Haus- oder Wohnungstür zu liefern. Das funktionierte bis jetzt ganz gut, doch es hat ein paar Haken: • Teilweise immer noch viel zu lange Transportwege, • Permanenter Wachstumsdruck und viel zu viel Arbeitszeit und Energie die in die Vermarktung fließen. • Ausbeutungsdruck der zu Lasten von: Boden, Mitarbeiterinnen, Bäuerinnen, und/oder der Vielfalt geht. Ein paar Impressionen dazu: Unser lieber Franz sitzt ab 2 Uhr Früh vorm Computer und beantwortet E-Mails, bearbeitet den Online-Shop, druckt die Kistl-Packliste aus, macht die Kistl-Planung für die folgende Woche und bestellt Ware dafür. Oder unsere Mitarbeiter packen teils ab 3 Uhr Früh die Biokistln und sind dann bis abends um 7 mit Ernte und Feldpflege beschäftigt. Unsere Kistl-Fahrer haben bis zu 12 Stunden am Tag mit dem Ausliefern der Kistl zu tun… Oder die oben genannte bestellte Ware und deren Transport aus aller Herren Länder. Auch wenn sie Bio-zertifiziert ist, hat sie mit dem ökologischen Gedanken dahinter nicht mehr viel gemeinsam, weil sie oft aus industriell geführten Betrieben von weit her stammt.

Wir haben Kooperationspartner


Um die Synergien aus bereits vorhandenen Kooperationen weiter zu nutzen, haben wir zusätzlich drei befreundete und nahe gelegene Bio-Betriebe ins CSA-Boot geholt. Der Biohof Mayer wird seine Äpfel in Zukunft nur noch für unser CSA-Gemeinschaft produzieren, der Biohof Feichtinger baut auf einer für uns reservierten Fläche Zwiebel und Kartoffel an und Ron Richters Bio-Imkerei „derBienenfreund.at“ stellt weiter – wie schon seit Jahren - auf unseren Feldflächen Bienenstöcke auf, einerseits zur Bestäubung der Kulturen und andererseits natürlich auch für leckeren Honig für die entstehende Gemeinschaft.

Das CSA-Budget


Die von uns veranschlagten finanziellen Kosten für die Bewirtschaftung unseres Hofes belaufen sich auf 300.000 Euro im Jahr 2013. Darin enthalten sind Kosten für Saatgut, Anzuchtserde, Maschinen, Löhne, Kfz, Versicherungen, etc.

Wie ich meinen Beitrag leiste


Der von den Bäuerinnen und Bauern gemeinsam mit Finanzverantwortlichen der Gemeinschaft erstellte Wirtschaftsetat der Gemüseproduktion am Biohof Mogg wird bei der Jahresversammlung vorgestellt werden. Wir gehen davon aus, 300 Personen ganzjährig mit Gemüse versorgen zu können. Die Beiträge bzw. der Richtsatz der Ernteanteile werden ebenfalls bei der Jahresversammlung gemeinsam festgelegt und können entweder jährlich oder monatlich jeweils im Voraus entrichtet werden. Über die Beiträge und die Kosten der landwirtschaftlichen Produktion wird am Ende eines Wirtschaftsjahres abgerechnet. Es ist nicht geplant Überschüsse zu erzielen. Sollte dennoch ein Überschuss entstehen, so wird über seine Verwendung bei der Jahresversammlung gemeinsam ein Beschluss gefasst.Bei der Jahresversammlung wird von einem Gremium ein Rechnungsprüfungsbericht vorgelegt. Die veranschlagten Kosten von 300,000 Euro pro Jahr ergeben auf 300 Ernteanteile, 1000 Euro im Jahr oder 20 Euro auf 50 Lieferwochen aufgeteilt. Um auch schon im ersten Jahr Menschen die über weniger Geld verfügen den Zugang zur CSA-Gemeinschaft zu ermöglichen, ist die Möglichkeit geplant, 20-30 Prozent der Ernteanteilskosten durch Mitarbeit am Hof ableisten zu können.

Wenn wir zu viel haben oder: wie ist das mit dem Sommerloch?


Sollten trotz sorgfältiger Anbauplanung in einer Woche mehr Lebensmittel zur Verfügung stehen als benötigt, werden wir diese so weit wie möglich einkochen, um auch in der kalten Jahreszeit eine gewisse Vielfalt zu erhalten. Was nicht eingemacht werden kann, geben wir vor allem im hauseigenen Hofladen ab. Die dort erzielten Finanzerträge fließen dann wieder in das CSA-Budget zurück. Da wir auch für die „ARCHE NOAH“ in Schiltern im Frühjahr Jungpflanzen heranziehen, entsteht dort auch ein Finanzertrag, der, genau wie jener aus dem Hofladen, ins CSA Jahresbudget mit einfließt.

Zur Verteilung der Lebensmittel


Im Zuge unserer Biokistl-Zustellungen sind wir immer öfter in Kontakt mit Lebensmittel-Kooperativen und -Einkaufsgemeinschaften gekommen. Im Laufe der Zeit hat sich die Zusammenarbeit mit einigen von ihnen intensiviert. Mit Lebensmittel-Kooperativen und -Einkaufsgemeinschaften haben wir viele Ziele gemeinsam: eine möglichst

  • ökologische
  • regionale
  • persönliche
  • und solidarische

Landwirtschaft und Lebensmittelverteilung.
Die ökologische Herstellung der Lebensmittel übernehmen wir am Biohof-Mogg, da unser Gemüse nach Demeterrichtlinien produziert wird. Bei der ökologischen Verteilung der Lebensmittel setzen wir auf eure Mithilfe.Da uns die immensen Transportwege ein Dorn im Auge sind wollen wir die Verteilung der Lebensmittel nach dem Vorbild von Foodcoops und Lebensmittelkooperativen oder dergleichen gestalten. Das Prinzip unserer Idee ist ganz einfach: wir liefern einmal pro Woche, 50 Wochen im Jahr, an einige wenige Lieferadressen, die von möglichst vielen im möglichst Nahen Umfeld lebenden Menschen gemeinsam organisiert werden, gesammelt die jeweilige Anzahl an Ernteanteilen. Wem ein Ernteanteil zu viel sein sollte der hat die Möglichkeit auch nur einen halben Ernteanteil zu nehmen. Die gelieferten Ernteanteile könnt ihr dort selbst-organisiert, nach dem Prinzip der freien Entnahme aufteilen. Ihr könnt also ganz leicht untereinander Karotten gegen Salat oder Gurken gegen Tomaten tauschen und verschenken – je nach Koch- und Urlaubsplan. Wie viel die einzelnen Lebensmittel durchschnittlich pro Ernteanteil ausmachen, werden wir euch aber schon auch mitteilen. Eine Person die den jeweiligen Standort ein wenig betreut ist auch angedacht. Und wenn ihr einmal in Urlaub seit würden wir euch bitten das bei eurem Abholplatz vorher bekannt zu geben um Restmengen zu vermeiden. Wenn bestehende Foodcoops, Lebensmittelkooperativen, Einkaufsgemeinschaften, etc. bei der Solidarischen Landwirtschaft am Biohof-Mogg mitmachen wollen, müssen sie das nicht als Organisation tun, es können auch einzelne Personen aus ihr mitmachen. Wenn ihr euch über die Organisationsformen noch mit uns austauschen wollt, könnt ihr uns jederzeit gerne kontaktieren! Und hier noch eine schöne Grafik zur Veranschaulichung des Verteilungssystems:

Speiseplan


Da Vielfalt nicht nur für den Boden, sonder auch für den Gaumen wichtig ist, wird die CSA am Biohof Mogg reichhaltig Verschiedene Lebensmittel anbauen – so wie es auch in den letzten Jahren schon war. Es gibt bei uns:

Salate: Batavia, Butterhäupl, Krach- und Bittersalate, Vogerlsalat und Babyleafs – eine Bunte Palette übers ganze Jahr

Fein- und Blattgemüse: wie Fenchel, bunter Mangold, Malabar-Spinat, Pak Choi, Spinat und einiges mehr

Kraut und Kohlgewächse: die ganze Palette: von verschiedenen Kohlrabis, über Rotund Weißkraut, zu Wirsing, Grünkohl in verschiedenen Farben zurück zu Kohlsprossen…

Tomaten: wir bauen jedes Jahr um die 10 verschiedenen Tomatensorten an, Ochsenherz und Green Zebra genauso wie Ertragreiche und trotzdem sehr schmackhafte Rund- und Cocktailtomaten, es gibt ja tausende…

Paprika & Chilli: eine bunte Vielfalt von spitz bis blockig und von rot bis schwarz

Kürbis: wir haben nicht nur Hokkaido und Meterkürbis, sondern auch einige tolle Sondersorten

Rüben und Wurzeln: haben wir auch so einige: da wären Karotten und verschiedenen Farben und Formen, Pastinaken, Sellerie, Gelbe Rote Rüben (kein Schreibfehler!), verschiedenfärbige Radieschen und Rettiche.

Zwiebel, Knoblauch und Kartoffel sind auch dabei

Äpfel und Honig und

Exotisches wie Anden- und Gojibeeren, Spargelfisolen, Erdmandeln und andere Leckereien.

Klarerweise gibt 's all die Sachen nur in der jeweiligen Saison. Mahlzeit!


Vereinbarung für ein Jahr solidarisch Landwirtschaften


Die Aufgaben und Ziele, Ernteanteile, Durchführung und Organisationsstruktur, Gremien, Treffen und die Finanzen werden in einer schriftlichen Vereinbarung fest gehalten. Diese Vereinbarung findet ihr ab November 2012 auf unserer Homepage. Die Vereinbarung gilt immer jeweils für ein Wirtschaftsjahr, also von 1. April bis 31. März. Eine Verlängerung der Vereinbarung wird mittels einer einfachen Absichtserklärung durchgeführt.

Freiwillig Mitarbeiten


Wir planen, euch einmal die Woche an einem fixen Wochentag zur freiwilligen Mitarbeit ein zu laden. An diesen Mitarbeitstagen könnt ihr euch einen Einblick in den Alltag unseres Betriebes verschaffen, voneinander lernen, euch und uns kennen lernen, gemeinsam für den Winter Einkochen, einen Tag am Feld verbringen Solidarität und Gemeinsamkeit spüren, das Beikraut pflegen und was wir sonst gemeinsam tun wollen.

Anmeldung zur CSA-Gemeinschaft

Die Anmeldung findet auf unserer Homepage www.csa-mogg.at unter der Rubrik CSA statt, dort findet ihr auch noch genauere Informationen zum Ablauf und der Organisation.

Wann geht ’s los?


Die Gemüse Anzucht beginnt schon am Jahresbeginn und die Organisation der Verteilung läuft auch schon im Vorfeld ab. Die ersten Ernteanteile wollen wir im April 2013 an euch Verteilen.

FAQ oder:


Fragen, die auch noch eure Köpfe queren könnten:

  • Was mache ich, wenn ich noch kein Mitglied einer Lebensmittelkooperative, Bestellgemeinschaft oder ähnlichem bin?

Auf unserer Homepage nachsehen, ob du zu einer schon bestehenden Lebensmittelkooperative oder Verteilstation passt oder uns kontaktieren, ob in Deiner Unmittelbaren Umgebung vielleicht Menschen mit ähnlichen Interessen sind, mit denen Du – auch mit unserer Beratung und Unterstützung – eine Einkaufsgemeinschaft/Verteilstation aufbauen kannst. Es ist einfacher, als Du denkst!

  • Wie kann ich beim Aufbau der CSA-Gemeinschaft mithelfen?

Wenn Du schon in einer Lebensmittel-Kooperative oder etwas ähnlichem organisiert bist, einen Termin für ein persönliches Gespräch vereinbaren und die Informationen verbreiten. Wenn Du noch allein auf weiter Flur bist, können wir vielleicht gemeinsam Menschen in Deiner Umgebung finden, mit denen du eine Verteilstation beginnen kannst. Eine Garage oder ähnliches reicht meist schon aus. Wir wünschen uns mindestens 10 Ernteanteile pro Lieferadresse um Transportwege so kurz wie möglich zu halten.
Wenn Du gerne organisierst und/oder uns beim Denken und Kommunizieren unterstützen willst, wirst Du auch mit offenen Armen empfangen – wir haben die Weisheit auch nicht mit Löffeln gegessen…
Überhaupt kannst Du Dich sehr gerne jederzeit bei uns melden, um näheres auszumachen. Außerdem gibt es Informationsmaterial, das wir Dir gerne zukommen lassen.

  • Wer beantwortet meine weiteren Fragen?

Gerne könnt ihr uns unter der Nummer 0699/11300805 (Richard) anrufen Per E-Mail beantworten Richard und Bernhard eure Anfragen: info@csa-mogg.at. Richard und Bernhard stehen euch auch für persönliche Informationsgespräche zur Verfügung.
Wir freuen uns auf euch!

Familie Mogg und MitarbeiterInnen